Ausstellung mit Werken von Traub und Wickertsheimer

Im Wertehaus der Volksbank Lahr sind noch bis einschließlich 7.11.2008 Werke der beiden Heimatmaler Prof. Gustav Traub und Wilhelm Wickertsheimer aus einer privaten Sammlung zu sehen. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten Montag bis Freitag durchgehend von 8 Uhr bis 17.30 Uhr besucht werden.

Gustav Traub wurde am 23.12.1875 als Sohn des Zigarrenfabrikanten Friedrich Traub in der Friedrichstraße 54 als Jüngster nach vier Brüdern und zwei Schwestern geboren. Nach zwei-jähriger Malerlehre bei Karl Santo in Lahr und anschließendem zweijährigen Besuch der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe ging Traub für zwei weitere Jahre nach Paris, eigentlich um einen anderen Beruf zu ergreifen.

Um 1895 siedelte Traub nach München um. Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit war das Zeichnerische und die Grafik: Bücherillustrationen, Mappenwerke, Radierungen aber auch Ex Libris, Grußkarten und weitere Gebrauchsgrafik als finanzielle Grundlage. Traub war über 24 Jahre Hauptmitarbeiter bei den „Fliegenden Blättern“, einem humoristisch-satirischen, reich illustrierten Wochenblatt. 1939 erhielt er die Professorenwürde der Kunstakademie München. Es folgten erste Aufenthalte in St. Märgen, später die endgültige Übersiedlung. Gustav Traub starb am 16.5.1955 in St. Märgen.

Wilhelm Wickertsheimer wurde am 9.9.1886 als Sohn des Malers Johann Wilhelm Wickertsheimer, dessen Vater ebenfalls Maler war, geboren. Vier jüngere Geschwister folgten. Auch er absolvierte eine Malerlehre und besuchte 1905 und 1907 in den Wintersemestern die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, in den Sommermonaten war er Dekorationsmaler in Zürich und Kirchenmaler und Restaurator in Überlingen. 1907 musste er durch den frühen Tod des Vaters nach Lahr zurückkehren und das Geschäft übernehmen. Seit 1912 war er mit dem väterlichen Malergeschäft selbständig, so dass er nur in der Freizeit unterwegs zum Malen sein konnte. Erst seit 1939/40 konnte er sich als Kunstmaler selbständig machen. Wilhelm Wickertsheimer starb am 7.2.1968 in Lahr.

Während Wickertsheimer seine Schwerpunkte in der Stadt Lahr und der näheren Umgebung, am Herzogenhorn und im Feldberggebiet sowie in Überlingen am Bodensee fand, malte Traub ganz allgemein Landschaften des Schwarzwaldes, die er im Atelier ausarbeitete. Traub idealisierte die Heimat, stellte sie gern als heile Welt mit spielenden Kindern und Tieren dar bis hin zur religiösen Überhöhung. Wickertsheimer dagegen schuf eine realistische Abbildung der Landschaft, der Natur, der Orte. So sind seine Bilder oft Zeugnisse der – inzwischen verlorenen – realen Heimat.

Werke von Gustav Traub und Wilhelm Wickertsheimer sind in dieser Ausstellung nebeneinander zu sehen, was seinen Reiz hat und einen Einblick in das qualitätvolle Schaffen beider Künstler vermittelt.