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Ein Fußballer, der Niederlagen zeigt statt Tore

Nils Petersen gibt bei der BlackVRstFinanceNight in Friesenheim einen ehrlichen Blick in seine Sporttasche frei. Mehr als 160 junge Gäste erfahren, was Selbstführung mit Finanzen zu tun hat.

Friesenheim/Lahr, 29. Oktober 2026. Keine Elfmeter, die ins Netz gehen. Keine Joker-Tore in der Schlussminute. Als Nils Petersen am Mittwochabend in der Sternenberghalle Friesenheim Videos aus seiner Karriere zeigte, ging es um Rückschläge: verlorene Spiele, bittere Momente, ein verlorenes Olympia-Finale. Der frühere Stürmer des SC Freiburg erzählte, wie er sich dabei fühlte und was er daraus gelernt hat. Mehr als 160 Gäste zwischen 18 und 35 Jahren erlebten ihn bei der zweiten BlackVRstFinanceNight der Volksbank Lahr. Seine Botschaft: Wer sich selbst führen kann, trifft bessere Entscheidungen, im Leben und beim Geld.

Petersen nahm das Publikum von Beginn an für sich ein. „Ich bin heute lieber hier als im Stadion“, sagte er, obwohl der SC Freiburg am selben Abend spielte. Es sei, glaube er, das jüngste Publikum, das er je hatte. Und er gab zu: Auch vor so vielen Menschen zu sprechen, mache ihn nervös. Dabei wollte er nie Profi werden. Seine Mutter wünschte sich einen Lehrer.

Die rote Sporttasche: Geschichten aus einem Fußballerleben

Leon Saar, bekannt durch die Social-Media-Kanäle von „finanzen.Einfach.verstehen“, moderierte den Abend. Nils Petersen hatte seine rote Sporttasche dabei, gefüllt mit Dingen, die Geschichten aus seiner Karriere erzählen. Die Gäste konnten bestimmen, was er als Nächstes herausholte. Mit jedem Stück verbindet er besondere Erfahrungen und Learnings.

Das Trikot steht für Identifikation und Kultur, für die Zugehörigkeit. „Der Name hinten ist austauschbar. Am Ende geht es immer um etwas Größeres“, sagte Petersen. Wer sich mit seinem Verein oder Arbeitgeber identifiziere, verkörpere ihn auch. Die Banane ist für ihn ein Symbol für wichtige Erfolgsfaktoren: Schlaf, Ernährung, Stressmanagement und Geduld. Er zitierte Cristiano Ronaldo: Erfolg sei kein Glück, sondern ein Mix aus harter Arbeit, Präzision und Ausdauer. Die Silbermedaille von den Olympischen Spielen in Rio steht für Wettbewerb.

„Man muss Bock auf Wettbewerb haben. In Leidenschaft steckt Leiden, in Qualität steckt Qual.“  Nils Petersen

Sein größter Konkurrent sei ohnehin er selbst. Nach der Olympia-Niederlage im Elfmeterschießen ging es ihm „brutal schlecht“. Aufgefangen habe ihn das Team. Die Fußballschuhe verbindet er mit Bodenhaftung. Es sei schwer, bodenständig zu bleiben, wenn andere einen ständig nach oben stellen. Sein Rezept: ein starkes Umfeld und der Vorsatz, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.

Mit der Pfeife kommt er auf das Thema Führung zu sprechen. Petersen würdigte seinen früheren Trainer Christian Streich als „besten Kommunikator“, der auch Spielern abseits der Startelf Wertschätzung zeigte. „Wertschätzung ist die härteste Währung“, habe ihm sein früherer Manager beim SC Freiburg oft gesagt, gern vor Vertragsverhandlungen.

An seinem ersten Profivertrag zeigt Nils Petersen, wie eng Sicherheit und Unsicherheit zusammen-liegen. Mit einem Gehalt von 1.200 Euro brutto fühlte sich Petersen reich. Rückblickend sei das für ihn die entspannteste Zeit gewesen. Später, bei besserem Gehalt, stiegen die Ansprüche. Die Fragen aber kamen schon mit der Unterschrift: Bin ich das Geld wert? Was, wenn ich mich verletze? Sicherheit habe ihm am Ende nicht ein bestimmter Betrag gegeben, sondern das Selbstvertrauen, mit jeder Unsicherheit umzugehen, sagte Petersen.

Notizbuch und Stift symbolisieren für ihn die innere Stimme. Die lauteste Stimme sitze im eigenen Kopf, sagte Petersen. Wenn es ihm nicht gut ging, halfen ihm drei Dinge: Meditation, Schreiben und Musik. Steigt der Puls, nutzt er die 4-7-8-Atmung: vier Sekunden einatmen, sieben halten, acht ausatmen. So bleibt er belastbarer.

Mit dem Glücksbringer verbindet er Umfeld und Vertrauen. Vor einem Bundesligaspiel hätten ihm
etwa zehn Menschen Glück gewünscht, nach einem Sieg mit Tor rund 120 Menschen geschrieben. Die zehn davor gehören bis heute zu seinem Leben.

„Erfolge sind sicht- und messbar. Vertrauen ist nicht messbar – und das ist unbezahlbar.“  Nils Petersen

Zum Schluss bleibt die Sporttasche selbst. Sie steht für das Päckchen, das jeder zu tragen hat. Nils Petersen gab dem Publikum drei Fragen mit: Was würdest du morgen bewusst wieder einpacken? Was schleppst du mit, das längst raus kann? Und was fehlt dir gerade in deiner Tasche?

Was das mit Geld zu tun hat

Beim Thema Finanzen wurde Petersen sehr konkret. Er kenne Fußballer, die Immobilien in Städten gekauft haben, in denen sie noch nie waren. Er selbst habe nur in Dinge investiert, von denen er etwas versteht. Er habe sich beraten lassen und sei dabeigeblieben. Konservativ nenne er das nicht mehr, sondern smart. Die Frage aus dem Publikum, ob der Verein auch bei Finanzfragen unterstütze, verneinte er. Das habe jeder für sich geregelt.

Sein Rat an die jungen Gäste: „Was man investiert, sollte man verstehen.“ Mit 20 begann er, Geld anzulegen. Es sei nie zu spät, damit anzufangen. Und Geduld gehöre dazu, wie schon im Sport: „Input und Output sind immer zeitversetzt.“ Das Ergebnis komme „viel, viel später“.

Fragen aus dem Publikum: Der Vater, der Mut und das Dranbleiben

Die Gäste konnten ihre Fragen per Smartphone stellen. Leon Saar gab sie an Nils Petersen weiter. Zur Prägung durch seinen Vater erzählte er: Als andere Schneemänner bauten, stand sein Vater mit der Stoppuhr am Hang, und die Kinder mussten Läufe machen. Das sei hart gewesen. Heute sei er dankbar dafür. Seinen Rat an alle, bei denen es gerade gut läuft, fasste er so zusammen: „Wer denkt, etwas erreicht zu haben, hört auf, etwas zu werden.“ Ausprobieren, was einem guttut, und nicht nachlassen. Mit einem Bild aus der Fußballwelt bedankte sich Leon Saar bei Nils Petersen: „Das war sicherlich eine sehr, sehr gute Einwechslung."

Was den Gästen in Erinnerung bleibt

In den anschließenden Gesprächen beschäftigte die Gäste vor allem das Thema Mindset, wie viel die eigene Einstellung ausmacht und wie sehr Selbstzweifel bremsen können. Gut kam auch an, dass Petersen sein Leben als Fußballer am Beispiel der Sporttasche greifbar machte. Nach dem Vortrag nahm er sich noch viel Zeit für Fragen, schrieb Autogrammkarten und stand für Selfies bereit.

Wie stellen sich junge Leute die Bank der Zukunft vor?

Dem Team von BlackVRst war an diesem Abend noch etwas wichtig: In einer Online-Umfrage konnten die Gäste ihre Wünsche und Vorstellungen einbringen. Leon Saar stellte dazu sechs Fragen.
Sie drehten sich um Beratung per Video oder in der Filiale, um längere Anfahrtswege für ein besseres Beratungserlebnis, um Kontakt- und Beratungszeiten am Abend und am Wochenende, um kleine Themen-Events, eine spielerische Finanzbildungs-App und den bequemsten Kommunikationsweg. „Wir können in großen Runden diskutieren – oder wir fragen euch einfach mal direkt“, sagte Leon Saar. Die Antworten werden nun ausgewertet. Die Impulse sollen auch in ein weiteres Format einfließen.

Wer gerne dabei sein und selbst mitgestalten möchte, kann im BlackVRst-Beirat mitwirken. Das kleine Gremium aus fünf bis zehn jungen Leuten trifft sich ein- bis zweimal im Jahr. „Was müssen wir als Volksbank Lahr tun, um für junge Menschen attraktiv zu bleiben?“, fragt Leon Saar. Der Blick von außen helfe, weil man in der Bank leicht betriebsblind werde. Interessierte melden sich gerne unter: info@blackvrst.de

Gewinnspiel und Dank

Als Dankeschön für die ausgefüllte Feedback-Karte gab es AirPods Pro 3 zu gewinnen. Dazu legte Petersen ein von ihm signiertes Trikot des SC Freiburg in den Lostopf.

Das BlackVRst-Team bedankt sich beim Förderverein Handball Friesenheim für die Bewirtung, bei der Metzgerei Erb für das Essen, bei „Himmlische Cupcakes“ aus Kappel-Grafenhausen für das Dessert, bei DJ Jan Meyer für die Musik und beim Hausmeister für die Unterstützung in der Halle.

Zur Person: Nils Petersen

  • Geboren am 6. Dezember 1988 in Wernigerode
  • Stationen: Carl Zeiss Jena, Energie Cottbus, FC Bayern München, Werder Bremen, SC Freiburg
  • Bundesliga-Rekordhalter bei den Joker-Toren (34 Treffer als Einwechselspieler)
  • Olympia-Silber 2016 in Rio de Janeiro
  • Beendete 2023 seine Profikarriere nach 16 Jahren als Profi
  • Arbeitet heute im Fernsehen, ist in der Trainerausbildung und spielt für die zweite Mannschaft der Sportfreunde Oberried in der Kreisliga

Über BlackVRst

BlackVRst ist die junge Marke der Volksbank Lahr für Menschen zwischen 18 und 35 Jahren. Das Motto: Deine Welt. Deine Finanzen. Dein Club. Mehr unter blackvrst.de.

Auf dem Bild sind Nils Petersen und Leon Saar zu sehen
Volksbank Lahr

Nils Petersen und Moderator Leon Saar  im Gespräch bei der BlackVRSTFinanceNight: persönliche Erfahrungen aus dem Profi-Fußball und Impulse für junge Menschen